Die Geschichte Boliviens
Im Laufe seiner Geschichte wurde das heutige Bolivien von verschiedenen Kulturen dominiert. Bedeutend war die Zivilisation von Tiahuanaco, die Bolivien in der Zeit von 1500 v. Chr. bis 1200 n. Chr. besiedelte und von deren Zeit bedeutende Ausgrabungsstätten in Bolivien zeugen. Im 15. Jahrhundert wurde Bolivien dem bedeutenden Inkareich eingegliedert, weniger als ein Jahrhundert später dann aber von spanischen Kolonialisten erobert und ihrem Regierungsgebiet unterworfen. Im Zuge dieser Kolonisation wurde Bolivien, das besonders wegen seines reichen Silbervorkommens für die spanischen Besetzer von Interesse war, erst dem Vizekönigreich Peru und später dem Vizekönigreich Rio de la Plata eingegliedert.

Bis zu den ersten Unabhängigkeitskämpfen sollten mehrere Jahrhunderte vergehen. Den ersten Versuch Boliviens zur Unabhängigkeit zu gelangen, schlug Spanien 1809 nieder. 16 Jahre später gelang die Befreiung aber unter der Führung von Símon Bolívar, dem späteren Namensvater des Landes, doch. Es folgte eine kurze Union mit Peru, nach der sich Bolivien aber rasch vollkommen unabhängig machte. In zwei Kriegen, dem Salpeterkrieg von 1879-1883 und dem Chacokrieg von 1932-1935 verlor Bolivien erst den wichtigen Meereszugang an Chile und dann große und wichtige Teile seines Territoriums im Süden an Paraguay. Auf diese Weise geographisch extrem beschnitten, begann fortan der Niedergang des einst reich mit Bodenschätzen und Land gesegneten Staates.
Seither kämpft Bolivien mit Armut und daraus resultierender Unzufriedenheit unter der Bevölkerung, die sich immer wieder in Aufständen entladen hat. Kulturelle Kämpfe der verschiedenen in Bolivien beheimateten Ethnien haben die Bevölkerung geprägt und waren der Ausgangspunkt für verschiedene Revolutionen und militärische Coups. In den frühen 80er Jahren begann man Bemühungen zur Einrichtung einer Demokratie, die im Jahre 1995 gelang.
